Beispiele

Redenschreiben ist eine hochvertrauliche Dienstleistung.

Sie wissen nie, ob die Rede eines Mitbewerbers von Ihnen so exzellent war, weil er sich professionell helfen hat lassen. Und es wird auch nie jemand wissen, ob Sie sich die Unterstützung eines Redeexperten gegönnt haben.

 

Ich zeige Ihnen ein paar Beispiele von Aufträgen, die ich im Laufe der letzten 10 Jahre erfüllt habe.
Sie illustrieren ein paar der spezifischen Dienstleistungen der Redemanufaktur:


Eine Hochzeitsrede

Ein Installateur hat mich im Internet gefunden. Seine Tochter heiratet. Er wird bei der Tafel eine kleine Rede halten. Es liegt ihm viel am Herzen, die Worte fehlen ihm allerdings. Ob ich ihm helfen kann? Nichts lieber als das. Ich frage ihn vieles. Und siehe da, es sprudelt aus ihm heraus. Und ich habe seine Tochter vor Augen gehabt und viele Geschichten aus dem Blickwinkel eines stolzen und glücklichen Vaters. Ich habe ihm die Rede geschrieben. An einigen Stellen haben wir sie miteinander umformuliert, damit sie ganz seiner Sprache entspricht. Ich erfahre später: Seine Tochter und seine Frau waren beide zu Tränen gerührt vor Freude und Glückseligkeit. Viele haben dann dem Installateur auf die Schulter geklopft.


Pitch

Ein  neudeutsches Wort für die Minipräsentation der Geschäftsidee. Eine Jungunternehmerin hat ein phantastisches Gastronomie-Konzept entwickelt. Nun geht’s ans Investorsuchen. Der Pitch muss präzise und gewinnend sitzen. Ich habe sie vor Ort besucht. Ich habe gesehen, gehört, gerochen, geschmeckt und alle Infos aufgesogen. In der Redemanufaktur habe ich zuerst alle Eindrücke in Worte gefasst. Und dann behutsam und diszipliniert gekürzt, gestrafft, gestaltet und pointiert auf den Punkt gebracht – bis die Idee ‘2-Minuten-fit’ war. Zurück zur Unternehmerin. Ihre Augen haben geleuchtet. Und bald danach die Augen ihrer Hörer ebenso.


Eine Key Note

Einem Topmanager war es sehr wichtig, dass dieser Vortrag in jeder Hinsicht vom Feinsten wird. Das Publikum: international, darunter einige Große der IT-Welt und der Industrie. Das Thema: zukunftsweisend. Wir haben uns über zwei Monate hinweg mehrmals getroffen. Einmal zur profunden Einweisung (ich habe Maß genommen und Recherchequellen erhalten) und ein paar Mal, um meinen Entwurf nachzujustieren und feinzuschleifen (Anprobe). Drei Tage vor der Rede haben wir eine Generalprobe gemacht. Alles ist gut gelungen.


Eröffnung einer neuen Produktionsstätte

Der Industrielle hat sein ambitioniertes Ziel so formuliert: Ich will, dass ich mit großen Lettern in der Zeitung zitiert werde. Ein russisch-österreichisches Joint Venture, Getränkeproduktion. Der Mann hat von selbst gewusst, was ich wissen und spüren muss, damit ich das hinkriege. So präzise bin ich selten eingewiesen worden. Lieferung der Rede eine Woche später. Einmaliges Einüben in der Redemanufaktur. Eine weitere Woche später bekomme ich die Zeitungskopie: Schlagzeile im Wirtschaftsteil: Die prägnante Formulierung seiner Kernbotschaft! Eine bessere Werbung konnte er sich nicht wünschen.


Eine Grabrede

Ein junger Bankmanager ist tödlich verunglückt. Seine Chefin kennt mich von einem Rhetorikseminar. Sie will eine würdige Grabrede halten. Aber ohne Phrasen und ohne Kitsch, das ist ihr wichtig. Und ohne einen Lebenslauf wie aus der Personalakte. Sondern wirklich individuell. Die Eltern sollen sich stolz fühlen können auf ihren Sohn und die Kollegen dankbar für ihn. Was für beeindruckende Redeziele. Am nächsten Tag haben wir meinen Erstentwurf überarbeitet. Wertvolle Tipps aus meiner Erfahrung mit dem sehr spezifischen Dienst am Grab hat sie dankbar angenommen.


Laudatio eines Universitätsprofessors

Ein emeritierter Universitätsprofessor wird vom Wissenschaftsminister ausgezeichnet. Einer seiner Schüler, selbst schon Professor, soll die Laudatio halten. Die Rede soll essentiell, berührend und fröhlich sein, hat er mich gebeten. Ich habe dem Laudator lange zugehört. Er hätte die Rede selbst schreiben können. “Nein”, hat er gesagt, “ich bin emotional zu nahe dran. Machen Sie mal ruhig.” Es gehört zu den schönsten Aufträgen, einem Menschen dabei zu helfen, einen anderen Menschen schlicht und bewegend coram publico zu loben und ihn zum fröhlichen Lachen zu bringen. Es hat denn auch allen sehr gut getan.


Die Bürgermeisterrede

Er ist seit kurzem neuer Bürgermeister einer Bezirkshauptstadt. Eine Landesausstellung wird eröffnet. Tausende Leute dabei und viel Prominenz. Es soll eine untypische Politikerrede werden. Mit einer Kernbotschaft aus dem Thema der Ausstellung. In seine temperamentvolle Art habe ich mich eingefühlt. Die Kernbotschaft habe ich aus ihm herausprovoziert (die muss schon vom Redner selbst kommen, die Idee zumindest, nicht ihr exakter Wortlaut), und in der Redemanufaktur habe ich die Rede geschrieben. Resultat: Bei einer Veranstaltung mit zweitausend Anwesenden 4 Minuten totale Stille – nur die Stimme des Bürgermeisters war zu hören. Und dann der Applaus. Das ist es!


Rede-Optimierung

Die Frau eines Forstmeisters ist zu mir gekommen. Sie war sich nicht sicher, ob die Rede zu seinem sechzigsten Geburtstag gut sei so. Sie hat mich gebeten, ihre Rede zu lesen. Taktvoll habe ich angedeutet, daß die Redelänge von 15 Minuten doch zu viel des Guten wäre. Langer Rede kurzer Sinn: Wir haben die gut gemeinten 15 auf acht gut geredete Minuten gekürzt. Nachher war sie sehr froh darüber.  

Ein Pharmazieprofessor hat sich für einen Kongress vorbereitet. Hochkarätiges Publikum, hochkomplexe Materie. “Könnten Sie meinen Vortrag mit mir durchgehen?” Aber gerne doch. Ich habe ihn dann nur um eins gebeten: Verdünnen Sie Ihre Medizin. Ihr Publikum, das sind lauter Menschen. Die kommen zum Kongress, um sich bezahlterweise zu entspannen. Erzählen Sie Geschichten aus dem (Forschungs-)Leben. In jedes Kapitel haben wir dann eine Geschichte hineingetan. Denn jede Rede ist eine Dienstleistung und wir müssen die Zuhörer das auch spüren lassen.

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