Interview auf VRdS

Der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache hat auf seiner Homepage folgendes Online-Interview mit mir veröffentlicht:

Was ist Ihre Lieblingsrede in der Geschichte?

Lieblingsrede: Ronald Reagan's Space Shuttle Challenger Address, 1986

Welche Eigenschaften schätzen Sie an denen, für die Sie schreiben, am meisten?

  1. Den Respekt vor dem Dienst des Redens.
  2. Den Willen, mit der Rede wirklich etwas zu bewirken.
  3. Die Bereitschaft, meine Fragen gut zu beantworten und mich damit für meine Arbeit gut auszurüsten.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an einem Redenschreiber am meisten?

  1. Das Einfühlungsvermögen in den, der dann die Rede halten wird.
  2. Das Bewußtsein, eine für den Redner eminent wichtigen DIENST zu LEISTEN.
  3. Die Demut vor dem Willen des Redners.
  4. Die Absicht, den Redner hochleben zu lassen

Gibt es Redner, für die Sie nicht schreiben würden, oder Redethemen, die Sie ablehnen?

Ich schreibe nicht für Redner, die es mir nicht gestatten wollen, sie persönlich kennenzulernen (schon geschehen). Redethemen lehne ich nicht ab. Was im Rahmen der Redefreiheit zu sagen erlaubt ist, dafür stehe ich als Redenschreiber zur Verfügung. Ich kann auch sehr gut jemanden rednerisch unterstützen, dessen Meinung ich nicht teile. Ich tue das sogar sehr gerne.

Wie sind Sie zum Redenschreiben gekommen?

Weil ich über 20 Jahre lang Reden für mich geschrieben habe, haben mich immer öfter andere gebeten, ihnen beim Redevorbereiten zu helfen. Mit der Zeit habe ich das dann als eigene Dienstleistung professionalisiert.

Beschreiben Sie Ihre Tätigkeit als Redenschreiber in einem Satz:

Ich höre dem Redner zu und inhaliere mit Herz und Verstand alles, was den Redner und seine Rede betrifft und ringe sogleich um Ideen und schreibe und verwerfe und schreibe und korrigiere, bis der Redner zufrieden ist.

Wann ist für Sie eine Rede gelungen?

Wenn der Redner gesagt hat, was er sagen wollte und was er sagen mußte und wenn sie bewirkt hat, was der Redner bewirken wollte

Warum würden Sie Menschen in verantwortungsvoller Position empfehlen, mit einem Redenschreiber zusammenzuarbeiten?

  1. Wegen des Zeitgewinns.
  2. Wegen der Reflexion der Botschaft mit jemandem von außen.
  3. Wegen der Qualitätssicherung, was die Wirkungskraft der Rede anbetrifft.

Warum würden Sie einem jungen Menschen empfehlen, Redenschreiber zu werden?

Wir lernen von jedem Auftraggeber so viel dazu. Es ist eine Ehre, so viel Vertrauen geschenkt zu bekommen. Wir freuen uns unheimlich, wenn sich der Redner nach der Rede freut.

Warum würden Sie abraten?

Ich würde gar nicht abraten, wenn das jemand von Herzen gerne tun will.

Der größte anzunehmende Unfall (GAU) für einen Redenschreiber?

Die totale Blockade der eigenen Kreativität.


Quelle: www.vrds.de

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