Jon Voight, Mutter Teresa, Johannes Paul II. und Donald Trump

Diese Rede zeige ich Ihnen, weil sie in unseren Ohren schon so seltsam anmutet, dass sie schon wieder hochinteressant ist. Und rhetorisch-handwerklich betrachtet ist sie wirklich gut. Die Rede ist ein Fündlein.

Wenn Sie die Rede hören, beachten Sie bitte den „cultural gap“, den beträchtlichen kulturellen Graben zwischen uns und den USA. Hier gehalten wäre sie ein Schmarrn. In den USA aber ganz und gar nicht.

Wenn Sie die Rede sehen und hören, achten Sie darauf: Es wird ganz schnell ganz still im Saal, in dem sich einige hundert Menschen versammelt haben.

Voight hat die Menschen dort schon gepackt und berührt. Er hat imponiert. Und er hat sich und Trump stilisiert; diese Idee, Donald Trump via Jon Voight in eine Beziehungsfolge und in den Kausalzusammenhang der beiden Heiligen zu setzen, muss mal jemand einfallen.

Rhetorisch, unter dem Kriterium der Wirkungsmacht betrachtet, gehört diese Rede zu den sehr bemerkenswerten unserer Zeit. Außergewöhnliche Idee, guter Vortrag, spürbares Sendungsbewusstsein.

Wohlgemerkt: So ergreifend für dieses Auditorium die Rede auch sein mag, wir mögen sie lieber auch mit einem „big smile“ oder gar einem herzlichen Lachen genießen.

Zu Ihrer Information:

  1. Jon Voight ist Schauspieler, Vater von Angelina Jolie.
  2. Die Rede, in der er Donald Trump anmoderiert, ist im September 2016 gehalten worden.
  3. Die Audienz: The Values Voters Summit 2016. Die Value Voters gibt es wirklich – siehe Google.
  4. Mutter Teresa und Johannes Paul II. wurden von Franziskus I. heilig gesprochen, 2014 und 2016.

Wichtiger Hinweis für meine neuen Leser: Reden werden hier nie aus weltanschaulichen, sondern ausschließlich aus rhetorischen Gründen vorgestellt.

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