Mit Stil zum Ziel

Wenn Du schon redest, dann rede auch schön!

Guter Wein schmeckt uns am besten aus einem guten Glas. Das köstliche Essen ist umso besser, je schöner es uns serviert wird. Und wenn wir ein Fest feiern, ziehen sich alle festlich an. Was für das Essen und das Trinken und das Feiern gilt, das gilt auch für das Reden Reden!

Wissen Sie, was vor allem den Eloquenten leicht passiert? Weil sie sich leicht tun, vor Publikum zu reden, reden sie so vor sich hin und sie sagen ihr Ding so daher. Und sie vergessen dabei ganz auf die Schönheit ihrer Rede oder ihres Grußwortes. Und die Hörer bekommen nur etwas zum Hören, aber nichts zum Genießen.

Das ist so, als würde der Koch im Restaurant das Essen einfach so auf irgendeinen Teller klatschen. Mit der Begründung: Ich hab’ doch eh gut gekocht, und schließlich geht es beim Essen schlicht um Nahrungszufuhr. Kalorien und Nährwert sind vorhanden. Also: Essen, verdauen und weiterleben.

Genau das mutet der Redner seinen Hörern zu, wenn er einfach so dahinredet. Wenn’s auch gescheit sein mag und gut erdacht, wenn es nicht schön geredet ist, ist es respektlos. Schade statt schön. Und wie kann ich das machen, daß meine Rede auch schön ist?

Eine Möglichkeit sind die rhetorischen Stilmittel, die schon die alten Griechen und Römer fein entwickelt haben. Einfach um der Schönheit willen.

Als Beispiel zeige ich Ihnen heute die Alliteration.

Alliteration heißt, daß wir Worte wählen, die immer den oder die gleichen Anfangsbuchstaben haben. Das schafft eine eigene Klangfigur, die leicht ins Ohr geht und gut in die Seele weitergleitet. Sie hilft mitunter, einen sachlich schwierigen Inhalt im Gedächtnis zu behalten. Sie hilft etwas zu unterstreichen oder zu verdeutlichen oder zu veranschaulichen. Oder sie unterhält einfach, was gerade einen härteren Stoff weicher macht wie es der Weichspüler beim Wäschewaschen tut.

„Spiel, Spaß, Spannung“ – das versprechen wir unsern Kindern für das Sommerlager. Wenn sie dann nebenbei „Land und Leute“ kennenlernen, umso besser. Mit „veni, vidi, vici,“ hat der gute Cäser schon vor 2000 Jahren die Alliteration verwendet und damit Geschichte geschrieben. Zum Motto ist das nur durch die Schönheit der Formulierung geworden. Alliteration verschönert Ihre Rede. Probieren Sie’s aus.

Nebeneffekt: Reden Sie schön, bleiben auch Sie als schön in Erinnerung. Mit Worten spielen ist schön und macht schön. So darf’s, ja soll’s auch mit der Rede sein.

Als Dessert zu diesem Blogeintrag zeige ich Ihnen einen kleinen Film mit Heinz Erhardt, wie er die Alliteration aus dem „ff“ beherrscht. Viel Spaß!

 

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