Der Panamakanalskandal

Der Panamakanalskandal und wozu er heute nützlich ist.

Tippen Sie Panamakanalskandal einmal ganz schnell. Auf Anhieb gelungen? Ich gratuliere! Mir nicht.

Und jetzt sagen Sie es laut, als wäre es ein Allerweltswort: Panamakanalskandal. Also, wenn ich dieses Wort in eine Rede einbaue, gehöre ich zu denen, die das vorher laut einüben müssen. Sonst stolpere ich da garantiert drüber: 
pA-nA-mA-kA-nAl-skAn-dAl.

Auf das Wort hat mich der Literaturkritiker Hellmuth Karasek gebracht. Beim Markus Lanz hat er erzählt, das ist das deutsche Wort mit den meisten ‚A’s. Diesen  Skandal hat’s beim Bau des Kanals in Panama wirklich gegeben, folglich dann auch dieses Wort mit den meisten ‚A’s.

Wozu ist es heute nütze? Zum Üben von Artikulation und Aussprache. Sie kennen das Phänomen? Manche reden mit fast geschlossenem Mund. Die schöne Vielfalt der Melodien der Vokale geht da ganz verloren. Rhetorisch-ästhetisch schiach.

Wenn mir so jemand in einem Rhetoriktraining begegnet, lasse ich gerne Vokale üben. Das macht Spaß. Beim A üben wir zum Beispiel, daß wir den Mund wirklich weit öffnen, wie die kleinen Vogeljungen im Nest, wenn die Vogelmama mit dem Regenwurm im Schnabel gelandet ist: Panamakanalskandal; beim O, daß Sie den Mund ganz ganz rund aufmachen und die O-Luft so richtig hinausströmen lassen, beim Üben ganz übertrüben ründ.

Und weil ich jetzt den Panamakanalskandal kenne, werde ich die Vokale das nächste Mal so üben lassen, am liebsten im Chor. Stimmen Sie mit ein, laut und mit Inbrunst:

Panamakanalskandal. Penemekenelskendel.Pinimikinilskindil. Ponomokonolskondol. Punumukunulskundul. Pänämäkänälskändäl. Pönömökönölsköndöl. Pünümükünülskündül.

Und jetzt ganz laut in Ihrem Großraumbüro. Das ist nämlich ansteckend. Und dann beim Betriebsarzt. Und dann einen angenehmen Kuraufenthalt! (Rechtlicher Hinweis: Die Redemanufaktur haftet für keine Produktionsausfälle.)

 

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