Eine kleine Rede, ganz groß. Otto Schenk für Rudolf Buchbinder.

Bild-Quelle: ORF
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Es geht um die Rede, die Otto Schenk zum 70. Geburtstag von Rudolf Buchbinder im Jahre 2016 gehalten hat.

Man muß wissen, das Geburtstagsfest hat unmittelbar im Anschluß an ein großartiges Konzert stattgefunden. Die Gäste haben gemütlich, zwanglos an runden Tischen im sommerlichen Garten der Familie Buchbinder gesessen. Gute Laune allenthalben.

Der über 80 jährige Otto Schenk erhebt sich, um das Wort zu ergreifen.

Alles still. Was wird er wohl sagen?

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"Strache: 'Niemand wird mehr arbeiten!' " – Lesen Sie das einmal laut!

In einem Seminar für Redenschreiber habe ich die Teilnehmer gefragt, wie die Zusammenarbeit mit ihren jeweiligen Auftraggebern aussieht, für die sie die Reden schreiben.

Es gab viele interessante und ein paar erschreckende Antworten. Am meisten erschreckt hat mich diese Antwort eines Redenschreibers in einem Landesparlament: „Er liest sich das Konzept vor der Rede nicht einmal durch. Seine Rede lernt er erst bei der Rede kennen. Ganz wie seine Hörer.“

Kommentar überflüssig. Man schüttelt nur den Kopf.

Was ich nur zeigen will: Die Rede oder den vorzulesenden Text vor dem Auftritt zumindest zu lesen, und zwar sinnerfassend zu lesen, am besten laut (da erschließt sich einem viel mehr), ist unverzichtbar wichtig! Schon alleine deshalb, weil man dann wenigstens das Eine weiß: Wie betone ich richtig?

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„A Wunda, a Wunda, es is a Wunda g’schehn!“ Von einem Wunder rhetorischer Relevanz.

Mario Kunasek | Bild-Quelle: FPÖ
Mario Kunasek | Bild-Quelle: FPÖ

Liebe Jazz Gitti, Dein Lied ist mir damals eingefallen. „A Wunda, a Wunda, es is a Wunda g´schehn, ja ganz ohne Frog, sowas gibt’s net olle Tog.“ Der 25. Mai 2018 „woa so a Tog.“

Das Wunder? Der Verteidigungsminister Mario Kunasek, ein Steirer wie Jazz Gitti, hat entschieden und befohlen:

Wer will, kann gendern. Wer nicht will, muß nicht gendern. "Feministische Sprachvorgaben zerstören die gewachsene Struktur unserer Muttersprache bis hin zur Unlesbarkeit und Unverständlichkeit", begründet Mario Kunasek klug. Meine Rede schon immer – und nicht nur meine.

Für meine Leser im Ausland: In Österreich ist so etwas wirklich ein Wunder, im Land, wo das Parlament sogar die eigene Bundeshymne gendernd verunstaltet hat.

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