Mit Stil zum Ziel

Géza Ákos Molnár 12. Dezember 2014


Wenn Du schon redest, dann rede auch schön! 

Guter Wein schmeckt uns am besten aus einem guten Glas. Das köstliche Essen ist umso besser, je schöner es uns serviert wird. Und wenn wir ein Fest feiern, ziehen sich alle festlich an. Was für das Essen und das Trinken und das Feiern gilt, das gilt auch für das Reden Reden! 

Wissen Sie, was vor allem den Eloquenten leicht passiert? Weil sie sich leicht tun, vor Publikum zu reden, reden sie oft einfach vor sich hin und sie sagen ihr Ding so daher. Sie bereiten sich nicht vor und Sie lassen sich nichts einfallen, um ihren Hörern mehr zu bieten als redendes Geräusch – nämlich schön zusammengestellte = komponierte und strukturierte Sätze mit Stil. 

Sie vergessen dabei ganz, auf die Schönheit ihrer Rede oder ihres Grußwortes zu achten. Dann bekommen die Hörer nur etwas zum Hören, aber nichts zum Genießen.

Das ist so, als würde der Koch im Restaurant das Essen einfach so auf irgendeinen Teller klatschen, etwa mit dieser Haltung: Ich kann sehr gut kochen, wer zu mir kommt, soll sich mit meiner Kochkunst zufireden geben – ich bin ja kein Designer geworden; schließlich geht es beim Essen schlicht um Nahrungszufuhr. Kalorien und Nährwert sind vorhanden. Also: Essen, verdauen und weiterleben. Wird so ein Koch lange gute Gäste haben?

Genau das mutet der Redner seinen Hörern zu, wenn er einfach so dahinredet. Wenn’s auch gescheit sein mag und gut erdacht, wenn es nicht schön geredet, also serviert, ist, ist es respektlos geredet. Schade. 

Die Frage lautet: Was genau kann ich tun, damit meine Rede auch schön wird?

Eine Möglichkeit sind die rhetorischen Stilmittel, die schon die alten Griechen und Römer fein entwickelt haben. Einfach um der Schönheit willen.

Ein Beispiel: die Alliteration.

Alliteration heißt, daß wir Worte wählen, die immer den oder die gleichen Anfangsbuchstaben haben. Das schafft eine eigene Klangfigur, die leicht ins Ohr geht und gut in die Seele weitergleitet. 

Sie hilft mitunter, einen sachlich schwierigen Inhalt im Gedächtnis zu behalten. Sie hilft etwas zu unterstreichen oder zu verdeutlichen oder zu veranschaulichen. Oder sie unterhält einfach, weil sich Menschen auch gerne an erfindungsreichen Wortspielen belustigen.

„Spiel, Spaß, Spannung“ – das versprechen wir unsern Kindern für das Sommerlager. Wenn sie dann nebenbei „Land und Leute“ kennenlernen, umso besser. 

Mit „veni, vidi, vici,“ hat der gute Cäser schon vor 2000 Jahren die Alliteration verwendet und damit Geschichte geschrieben. Zum Motto ist das nur durch die Schönheit der Formulierung geworden. Alliteration verschönert Ihre Rede. Probieren Sie’s aus.

Nebeneffekt: Reden Sie schön, bleiben Sie als guter und nicht bloß durchschnittlicher Redner in Erinnerung. Mit Worten zu spielen ist schön und macht schön. So darf’s, ja soll’s mit dem gesprochenen Worte sein.

Übrigens: Die Alliteration können Sie auch spielerisch üben. Sehen Sie hier ein köstliches Beispiel: Heinz Erhardt spielt’s mit dem Buchstaben G wie Géza. Viel Spaß!

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