Vogelfrei 2026: Jacques Baud und Thomas Röper

Géza Ákos Molnár 7. Juli 2026


Das Wort „vogelfrei“ habe ich das erste Mal in der Volksschule gehört. Schwester Laura hat uns erzählt, wie unser Reformator Martin Luther 1521 vom Kaiser Karl V. persönlich für vogelfrei erklärt worden ist. Und zwar nur, weil er unter Berufung auf die Bibel die römisch-katholische Lehre und Praxis kritisiert und an ihre Stelle den Glauben an ‚Christus allein‘ verkündigt hat und als Quelle für den Glauben und die christliche Lehre ‚allein die Heilige Schrift‘ benannt hat. Also nicht den Papst, nicht das Konzil noch eine andere kirchliche Instanz).

Frei sein? Oder vogelfrei sein? Das ist die Frage!

Ich kann mich gut erinnern: Wir Kinder waren ganz schön erschrocken. Denn unsere wunderbare Lehrerin, hat uns spannend erzählt, was „vogelfrei“ bedeutete. 

Jedermann konnte nun, wenn er nur wollte, Martin Luther alles antun. Ihn sogar töten. Es war verboten, ihm Unterschlupf zu gewähren. Festnehmen, nach Rom ausliefern, lebendig oder tot, das war das Ziel – Hauptsache, er ist geächtet, sozial auf jeden Fall tot und existentiell so gut wie vernichtet. 

So schlimm, so lernten wir es, ist es in Europa damals zugegangen. Gott sei Dank gibt es das alles heute nicht. Wir sind frei, zu glauben, an wen wir eben glauben. Und diese drakonischen Urteile gibt es nicht einmal mehr theoretisch, sie sind nämlich aus dem Strafgesetzbuch ganz gestrichen. Kein Richter könnte heute solcherlei Strafen verhängen.

1521. Luther hat es überlebt. Sein Kurfürst Friedrich der Weise hat ihn entführt und ihn auf der Wartburg in Schutzhaft genommen und mit allem versorgt, was er brauchte. Sein Name ward Junker Jörg. Zeit hat er nun gehabt. Die hat er reichlich genutzt und hat die ganze Heilige Schrift aus dem Hebräischen, Aramäischen und Griechischen ins Deutsche übersetzt und nebenbei ein Deutsch geschaffen, das man in allen deutschen Landen verstanden hat. 

Wir Kinder waren sowas von froh und erleichtert. Und zwar über beides: über das happy end und darüber, daß wir heute evangelisch sein dürfen, ohne Angst haben zu müssen. Wir sind frei. 

Das gilt für unsern Glauben allermeist, aber auch sonst für die Meinung, die Rede, die Presse und den Handel, den Erwerb. Kindgerecht hat Sr. Laura uns das alles erzählt. So gut, daß ich es mir tatsächlich von früher Kindheit an gemerkt habe. Und es auch geglaubt habe.

Vogelfreiheit in der EU: wiedereingeführt

Später hat mich das Leben anderes gelehrt. Nämlich: „Vogelfrei“, das gibt es heute wieder. In Europa, 2026 n.Chr. Noch dazu in einer im Vergleich zu 1521 n.Chr. verschärften Variante:

Ohne Anhörung des Beschuldigten, der im übrigen vor dem Urteil nicht einmal darüber informiert wird, daß er Beschuldigter ist, ohne jede Verhandlung, ohne jedes Gericht mit Ankläger und Verteidigung, ohne Richter erklären Politiker der Europäischen Union Menschen für vogelfrei.

Einziger positiver Unterschied zu 1521: Direkt töten darf den also Verurteilten niemand. Aber selbst das ist nur relativ, weil die Existenzgrundlage ist dem Verurteilten genommen:

Sein Vermögen ist eingefroren. Seine Bankkonten gesperrt. Es ist jedermann, auch Ihnen, werte Leser, und mir, verboten, dem Verurteilten materiell zu helfen, ihm Aufträge zu erteilen etc. Er kann nicht einkaufen gehen, er darf nicht reisen. Er kann nichts tun.

Will er sich wehren, kann er das nur mittels Anwalt beim Europäischen Gerichtshof tun. Konstrukte wurden geschaffen, sodaß man zumindest Rechtsanwälten spenden darf, damit sie für den Verurteilten anwaltlich tätig werden können. Dazu muß man verdammt viel Geld sammeln!

Eine kleine Möglichkeit gibt es noch. Damit der Verurteilte wenigstens nicht verhungert, darf er beantragen, daß er eine Art Taschengeld von seinem Konto abheben darf, um in den Supermarkt zu gehen. Das ist ein Gnadenakt!

Selbst wenn die Genehmigung nach Monaten (!!) erteilt wird, muß der Sanktionierte noch gegen seine eigene Bank prozessieren, weil die sich erst nach einem eigenen extra Richterspruch traut, das Konto tatsächlich in dieser eh sehr limitierten Art freizuschalten – aus lauter Angst, gegen das EU-Sanktionengesetz tätig zu werden, da dies wiederum zu sehr brutalen (Geld-)Strafen führt.

Freilich heißt das heute nicht „vogelfrei“ wie zu Luthers Zeiten. Heute heißt es „Sanktion.“

„Habt Ihr das gewußt?“

„Habt Ihr das gewußt?“ Diese Frage habe ich auch schon als ganz junger Schüler gelernt. In der Geschichtsstunde und in der Deutschstunde, später dann in Philosophie (Ethik) dazu. Klar, Sie ahnen richtig: Es ging um die Verbrechen des Nationalsozialismus. Weiters ging es dann um die berühmte quälende und das Gewissen Vieler belastende Frage: „Was habt Ihr dagegen getan?“

Diesen Part des Schulunterrichts in den 80er Jahren habe ich auch nie vergessen. Diese Fragen können in schlimmem, arrogantem und ignorantem Ton gestellt werden, der das Vor-Urteil schon implizierte. Dennoch sind sie allemal wichtig und sinnvoll, sofern man sie zur richtigen Zeit, mit dem richtigen Motiv (pro futuro!) und in demütigem und angemessenem Ton stellt. Schon allein, weil niemand von uns weiß, was er getan hätte, wenn.

Schweigen heißt zustimmen! Erzähle es weiter!

Geblieben ist mir die Überzeugung: Wenn wir von etwas Staatsverbrecherischen von seiten der Herrscher mitbekommen, dann ist es am besten, es nach Prüfen der Information (soweit möglich) auch gleich zu dokumentieren, darüber zu reden, es denen, die es nicht mitgekriegt haben, zu sagen. 

Wozu? Damit es frühzeitig möglichst alle erfahren. In der ganz kleinen Hoffnung, daß dann die, die Unrecht tun, aus schierer Vorsicht wieder aufhören, das Verbrechen zu tun und es zu eskalieren. Oder daß die, die es nun auch wissen, bei den nächsten Wahlen dies zu einem Kriterium ihrer Wahlentscheidung machen. 

Und damit die Vogelfreien es erfahren, daß sie nicht vergessen sind! Es sind politisch Verfolgte, die unser aller mindestens mentale Unterstützung brauchen. 

Im Übrigen, lieber Leser der REDEMANUFAKTUR! Ohne Meinungs- und Redefreiheit bin ich geschäftlich ruiniert. Das habe ich schon während der Coronadiktatur zu spüren bekommen. Ich habe also auch ganz niedrige Motive, mich für die Freiheit der Rede ins Zeug zu legen! Money makes the world go round.

Vogelfrei 2026: Jacques Baud und Thomas Röper

Ich bin kein Journalist und habe weder Zeit noch Ressourcen, alles in jedem Detail zu checken und noch einmal zu checken. Relata refero – ich berichte Ihnen hier über mir Berichtetes. 

Darum und auf Grundlage des von mir oben Geschriebenen – DAMIT SIE ES AUCH WISSEN und damit später einmal niemand guten Gewissens sagen kann: „Ich hab‘ das ja gar nicht gewußt!“, nenne ich Ihnen heute zwei Namen von Männern, die die Außenminister der EU (also auch Herr Johann Wadephul und Frau Beate Meinl-Reisinger) für vogelfrei erklärt haben.

JACQUES BAUD, Schweizer Staatsbürger, ehm. Generalstabsoberst der Schweizer Armee, er lebt in Belgien.

Thomas RÖPER, Deutscher Staatsbürger, Journalist, er lebt in Rußland.

Es gibt neben ihnen noch etliche weitere Sanktionierte, die Sie, wenn Sie möchten, sicher selbständig recherchieren können. Diese beiden Herren hier habe ich ausgesucht, weil ich Ihnen zu ihnen auch Quellen-Interviews zeigen kann, damit Sie sich Ihr eigenes Bild machen können. Links siehe unten.

Es sind zum Teil aufwühlende Dinge, die man erfährt. Welche Meinung immer man über die Meinung dieser Männer hat (in beiden Fällen geht es um den Krieg Rußland – Ukraine), deretwegen sie unsere Außenminister der Existenz zu berauben versuchen, mir geht es hier um die Tatsache, über die die meisten EU-Bürger gar nicht wissen:

Unsere Herrscher, die Politiker, haben die absolutistische Macht und mit ihrem Amt das persönliche Recht, jedermann wegen seiner Meinung und seiner Weltanschauung ohne jedes gerichtliche Verfahren existentiell zu vernichten.

Haben Sie das gewußt? Haben Sie gewußt, daß die EU so verfaßt ist? Gegen jedes Menschenrecht, das die EU nicht müde wird, weltweit von andern einzufordern? Was für eine Schande! Was für ein himmelschreiendes Unrecht!

Ich weiß das erst seit 2025!

Was uns Sr. Laura in den 1970-ern erzählt hat, war damals noch wahr! Heute sind wir wieder dort, wo Martin Luther 1521 war. Ich berichtige zu Gunsten von 1521: Kaiser Karl V. hat Luther persönlich angehört und ihm eine Frist gegeben, zu widerrufen. Das tun die EU-Kommisionsmitglieder und das tun unsere Außenminister, keineswegs. 

Und einen tapferen, beherzten Regierungschef wie es Kurfürst Friedrich der Weise war, gibt es in der ganzen EU keinen einzigen. Nicht einmal die Schweizer Regierung „entführt“ ihren eigenen Armee-Oberst, einen in jeder Hinsicht tadellosen Mann, nach Hause und läßt ihn hier frei und respektiert leben! Unrecht in Kombination mit Feigheit – das ist die EU auch.

Eine meiner Aufgaben

Ich nehme mir vor, ab jetzt immer wieder auf Vorkommnisse im deutschen Sprachraum hinzuweisen, die mit der Gefährdung der Freiheit der Rede zu tun haben. Das ist heute leider wieder Aufgabe von Rhetoriktrainern und Redenschreibern geworden. Mehr kann ich nicht tun. Weniger darf ich nicht (glaube ich), weil die Journalisten der Massenmedien zur Nomenklatura angehören, die uns die Freiheit scheibchenweise und immer geschwinder wegnehmen will. 

Erzähle mir nie wieder ein europäischer Politiker, wir seien ein Verbund von demokratischen Rechtsstaaten. Auch wenn es uns weit besser geht als Iranern unter den Ayatollahs, Palästinensern unter der Hamas, Afghanen unter den Taliban oder Nordkoreanern unter dem Clan des Kim Jong Un – der Verweis auf „noch viel schlimmer“ möge uns nie beruhigen, sondern ganz im Gegenteil: Er möge uns warnen. 

Das „viel schlimmer“ kommt mit rasender Geschwindigkeit auch zu uns, wenn alle nur zuschauen und sich die Nomenklatura in Sicherheit wiegt.

Mein Angebot für Sie

Redefreiheit – falls sie Ihnen irgendjemand subtil oder ganz offen wegnehmen will, nehmen Sie sich die Freiheit der Rede und Ihrer Meinung erst recht, wo immer nur möglich. 

Für ein allfälliges Gespräch darüber stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Die Formulierung der Rede im Detail eröffnet wirkungsmächtige Wege, auch im Angesicht des Feindes der Freiheit vollmächtig zu reden. Es erinnert mich an Jesus Christus in Matth. 10,16:  „Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“ 

Sie sind mir immer herzlich willkommen!

Quellen für Sie: Jacques Baud und Thomas Röper

Um alles zu prüfen, hören Sie die Betroffenen selbst, wenn Sie möchten.

ObstdG i.R. Jacques Baud

Interview Roger Köppel, Die Weltwoche, mit Jacques Baud, aufgezeichnet am 25.12.2025. Überschrift auf youtube: „‘Schlimmer als Gefängnis‘: Der Schweizer Generalstabsoberst Jacques Baud über die Skandal-Sanktionen“

ObstdG i.R. Jacques Baud

Kontrafunk Aktuell vom 06.07.2026 Interview Andreas Peter mit Dietrich Murswiek, emeritierter Professor für Staats- und Verwaltungsrecht, der mit dem Fall von Jacques Baud wohlvertraut ist.

Dieses Interview mit Herrn Murswiek ist auch hier auf dem Sender Kontrafunk.Radio ab TC 15:00 zu hören.

Thomas Röper

Interview Chefredakteur Roger Köppel, Die Weltwoche, mit Thomas Röper, Journalist, aufgezeichnet am 04.07.2026 in Moskau.

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