Géza Ákos Molnár 11. Juni 2026
Dem Ministerpräsidenten Thüringens [Dr.?] Mario Voigt ist es passiert. Die FAZ hat einen ganzen Artikel von ihm spurlos verschwinden lassen. Auch aus dem Archiv. Er ist für immer gelöscht.
Warum? Ich zitiere jetzt die Bildzeitung, online Ausgabe vom 11.06.2026:
„Auslöser für die Entscheidung war eine Recherche des Portals ‚fragdenstaat‘. Dort ließ man den Beitrag des CDU-Politikers durch das Erkennungsprogramm Pangram prüfen – mit einem brisanten Ergebnis: 100 Prozent KI-Anteil. Zudem hätten sich drei wörtliche Zitate von Experten – dem Psychologen Jonathan Haidt, dem Neurobiologen Gerald Hüther und dem Neurowissenschaftler Manfred Spitzer – nicht belegen lassen.
Die FAZ stellt in ihrer Mitteilung klar, dass Pangram ‚mitnichten perfekt‘ sei. Das Programm liefere keinen endgültigen Beweis, gebe aber in der Regel ernst zu nehmende Hinweise auf den Einsatz von KI. Für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz gelten bei der Zeitung klare Regeln. Wörtlich heißt es: ‚Wir veröffentlichen heute und auch künftig keine Originalbeiträge mit von KI generiertem Text.‘ Bei Gastbeiträgen verlasse man sich darauf, dass sie menschengemacht sind.“
Auch seine Reden scheint der Herr Ministerpräsident mit Unterstützung von KI vorzubereiten. Ich zitiere nius.de vom 11.06.2026:
„Nach Angaben von ‚Frag den Staat‘ wies das Analyseprogramm bei neun von elf untersuchten Reden Voigts einen KI-Anteil von mehr als 50 Prozent aus. Drei Reden sowie drei von vier untersuchten Gastbeiträgen sollen vollständig KI-generiert sein.“
1/ Die KI ist mittlerweile so gut, daß Sie sie getrost für das Vorbereiten von Reden heranziehen können.
2/ Die KI ist (noch?) so trickreich, daß man sich auf die faktische Richtigkeit ihrer ausgeworfenen Resultate nicht verlassen darf. Sogar Quellen und Zitate erfindet sie mitunter gerne. KI blufft gerne.
3/ Die KI ist so mittelmäßig, wie das von ihr im weltweiten Netz Gefundene im statistischen Mittel nur mittelmäßig sein kann. Auf anderes kann sie nicht zurückgreifen. Das muß man wissen und seine Schlußfolgerungen daraus ziehen.
4/ Jede KI ist immer ideologisch trainiert. Immer so wie die jeweiligen Trainer ideologisch ticken oder aufgrund von Vorgaben des Gesetzgebers ideologisch ticken müssen (die EU ist Vorreiter unter den bevormundenden, regulierungslüsternen Institutionen mit Macht). Ideologie heißt immer Selektion – nie ein 360-Grad-Rundumblick beim Recherchieren und Auswerfen von Ergebnissen. Auch das muß man wissen und seine Schlußfolgerungen daraus ziehen.
5/ Noch braucht man einigen Aufwand beim Prompten, um die KI dazu zu bringen, die Rede in seiner eigenen individuellen Sprache und Ausdrucksweise zu formulieren.
6/ Die KI kannst Du nicht geheimhalten. Wenn jemand will, schickt er Ihre Rede oder Ihre Präsentation durch ein Prüfungsprogramm. Die entscheidende Frage an den Redner ist die: Ist Ihnen das egal oder nicht egal?
Was jeder unbedingt immer braucht, wenn er die KI für seine rhetorischen Vorhaben verwendet, ist die NI, die Natürliche Intelligenz!
Wozu?
Wer die KI für Reden, Artikel, Präsentationen verwendet, verwendet sie nur dann richtig gut, wenn er dabei seine NI einsetzt.
Vorteil der KI kann freilich sein, daß sie meine Gesamtarbeitszeit verkürzt und mich auf kreative Ideen bringt.
Gewinnbringend kann die KI für mich aber nur sein, wenn ich deren Lieferung mit fokussiertem Einsatz meiner NI konstruktiv kritisch prüfe, anpasse, verkürze, erweitere, sitilistisch optimiere und mich tatsächlich höchstpersönlich ans Feinschleifen meiner Rede zugunsten meines Zielpulblikums mache.
Wenn ich das beherzige, dann passiert mir nicht, was Herrn Ministerpräsidenten Voigt passiert ist.
Wenn ich das beherzige, dann erhalte ich die Reputation meiner intellektuellen Redlichkeit, meiner persönlichen Seriosität und meines persönlichen Engagements für meine Hörer und Leser.
Schlagwörter: MARIO VOIGT, KÜNSTLICHE INTELLIGENZ, NI, NATÜRLICHE INTELLIGENZ, rede, ARTIKEL, Präsentation, PANGRAM, Bild, JONATHAN HAIDT, CDU, GERALD HÜTHER, Thüringen, MANFRED SPITZER, NIUS, KI.
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