Einfach so mitgeschrieben. Sätze, die mir aufgefallen sind.

Géza Ákos Molnár 8. November 2023


Ich habe eine Gewohnheit. Ich bin immer auf gute Beute aus, nämlich nach guten Sätzen, Formulierungen, Pointen und nach Mikroanekdoten für ganz kurze Reden etwa. Deshalb bin ich fast immer mit Stift und Notizblock bewaffnet. 

Sofort schreibe ich auf, wenn mir etwas aufgefallen ist. Am liebsten sind mir die Sätze, die jemand ohne die Absicht gesagt hat, daß das nun auch so zitiert wird. 

Ich liebe gute Sätze, die dem Augenblick zu danken sind und dem spontanen Einfall dessen, der eben geredet hat. Sie haben dann, wenn ich sie in einer Rede zitiere, für die meisten Hörer tatsächlich einen Neuigkeitswert.

Beispiele

Ich zeige Ihnen etwas aus der Beute, die ich heuer gemacht habe:

Die Macht ist ein zweischneidiges Schwert. Man kann sich leicht selbst daran schneiden. Aus dem Film Die Kairo-Verschwörung

Ich weiß schon, wann ich sterben werde. Am letzten Tag meines Lebens.

Am Rednerpult angekommen, wachelt er weit ausladend mit seinem rechten Arm herum: „Hier war so leichter Schwefelduft, ich mußte den vertreiben.“ Alexander Graf Lambsdorff, damals noch Abgeordneter der Regierungspartei FDP, nach der Rede eines Oppositionspolitikers im Bundestag am 30.11.2022

Der Zeitgeist ist immer ohne Sünde. Deshalb wirft er dauernd Steine.  Roger Köppel, Youtube, 3.10.2023

Wenn man sich nicht bewegt, spürt man seine Fesseln nicht. Rosa von Luxemburg 

Herr, es ist deine Kirche. Ich leg‘ mich jetzt schlafen. Oskar Sakrausky, evang. Bischof, erzählte, wie er sein Hirn nach übervollen Tagen abschaltet, um gut zu entspannen und auszuruhen. 

Frage an Luther: „Was tust du nach dem Gottesdienst, um die Wirkung des Wortes zu verstärken?“ Luthers Antwort: „Nach dem Gottesdienst trinke ich mein Wittenberg’sches Bier. Denn das Wort Gottes tut selber sein Werk.“ 

Als pünktlicher Mensch steht man sehr viel rum und wartet. Quelle unbekannt, ich stellte bald fest, daß dieser Satz schon ziemlich bekannt ist. 

Aushang am Kirchentor: „Heute fällt die Messe wegen gestern aus.“  Von einem Pfarrer, einem stadtbekannten Potator = lateinisch für Trinker.

Wir machen uns Gedanken, bevor wir an Blödsinn sagen. Robert Palfrader über den Unterschied zwischen Kabarettisten und Politikern. 

Die Musik liegt nicht in den Noten, sondern in der Stille dazwischen. W.A.Mozart

Monk, leicht abwehrend, als man ihm an der Bar ein zweites Glas Schnaps anbietet: „Ich bin kein großer Trinker.“  Der andere: „Ich auch nicht. Aber ich weiß keine andere Methode, all den Alkohol in meinen Körper zu bringen.“ Aus einem der Monk-Filme, die ich so gern sehe.

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